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Sommer-Projektnachmittage
im Heimatmuseum

Auf die Plätze, fertig, los! Zum ersten Mal fanden am Donnerstag und Freitag die Sommerprojekttage im Ötztaler Heimatmuseum statt. Zwei Nachmittage lang beschäftigten sich Kinder mit zwei Themen, die im Ötztal eine wichtige Rolle spielten: Brot und Flachs.

Am ersten Nachmittag stand das Brotbacken im Mittelpunkt. Bäckermeister Gerhard Gstrein führte die Kinder in die Kunst des Brotbackens ein. Warum sollten die Brotlaibe möglichst gleich groß sein? Wie wird ein Teig richtig geknetet und geformt? Nachdem die geformten Teiglinge noch etwas in der warmen Stube gehen durften, zeigte Museumswart Christoph Kuprian, wie im historischen Backofen ein Feuer gemacht wird.

Während der Ofen auf die richtige Temperatur kam, ging es um das Brot im früheren Ötztal: Warum aßen die Menschen häufig hartes Brot? Wo wurde es aufbewahrt? Und wie konnte man es später wieder schneiden? Mit dem Brotgatter und Brotgrommel lernten die Kinder dabei besondere historische Hilfsmittel kennen.

Dann war es so weit: Der Backofen wurde ausgeräumt. Die heiße Glut kam heraus, anschließend wurde der Ofen noch einmal gründlich ausgekehrt und die Temperatur kontrolliert. Bei rund 230 Grad wanderten schließlich die Brote der Kinder in den Ofen – natürlich mit tatkräftiger Unterstützung der kleinen Bäcker:innen.

Während die Brote backten, blieb noch Zeit für einen Blick in den Museumsgarten und zum Brotklee. Wenig später verbreitete sich bereits der Duft von frisch gebackenem Brot. Die fertigen Brote wurden natürlich gleich gemeinsam verkostet.

Nach dieser kleinen Stärkung begann bereits das Kreativprojekt. Passend zum zweiten Schwerpunkt  bastelten die Kinder aus Karton eigene Webrahmen und bespannten sie.

Am zweiten Tag ging es dann mit dem Flachs weiter. Im Museumsgarten wurde der Flachs gemeinsam „geropft“, also mitsamt der Wurzel aus der Erde gezogen. Die Samen wurden genauer unter die Lupe genommen und die weiteren Arbeitsschritte besprochen. Danach ging es zu den Mühlen und ins Blockhaus, wo die Kinder selbst ausprobieren konnten, wie mit einem Flachsbrecher gearbeitet wird.

Als schließlich wieder der Regen einsetzte, ging die Gruppe kurzerhand in den warmen Seminarraum zurück. Dort konnten die Kinder erste Erfahrungen mit dem Spinnen sammeln und bei ihren Webprojekt weiterarbeiten.

Mit viel Freude und einem kleinen gemeinsamen Spiel gingen die beiden Sommerprojektnachmittage zu Ende. Die selbst gestalteten Webbilder durften die Kinder selbstverständlich mit nach Hause nehmen.

Eine Kooperation mit der Erwachsenenschule Längenfeld.

Noch mehr zu Mühlen und Flachs

Wer mehr über die historischen Mühlen und den Flachsanbau im Ötztal erfahren möchte, hat am Dienstag, 25. August, um 14 Uhr Gelegenheit dazu. Museumswart Christoph Kuprian führt durch die Mühlen am Lehnbach. Eine Anmeldung für die „Mühlenführung“ ist erforderlich.

Am Donnerstag, 27. August, um 14 Uhr geht es bei der „Kulinarischen Führung“ um die Frage, was die Menschen früher im Ötztal gegessen haben und wie die Lebensmittel in der Rauchküche zubereitet wurden. Auch hier ist eine Anmeldung bis zum Vortag um 16 Uhr erforderlich.

Zum Saisonsende des Brotbackens lädt der Ötztaler Heimatverein am Donnerstag, 3. September, zum Backofen-Hoangart ein. Beim Backofentag wird noch einmal gemeinsam gebacken und anschließend gemütlich beisammengesessen.