zurück zur Übersicht

Kulturwanderung zur Kirche Oetzerau und Burgruine Auenstein

Vergangenen Freitag lud der Turmmuseumsverein zu einer Wanderung vom Turmmuseum zur Filialkirche Oetzerau, und weiter zu den Mauerfragmenten der Burg Auenstein. Ein vielstimmiger Nachmittag, der vom Männergesangsverein „D’Auensteiner“ musikalisch begleitet wurde.

Ganz im Sinne einer bewegten Barockzeit ließ sich die Gruppe auch vom regnerischen Wetter die Freude an der Wanderung vom Turmmuseum Oetz nach Oetzerau nicht verderben. Ausgehend vom Turmmuseum, das mit der Ausstellung „Perlen des Barocks“ derzeit selbst ganz im Zeichen des Barock steht, führte der Weg vorbei an der Pfarrkirche Oetz und mehreren Wegkapellen bis nach Oetzerau.

In der dem heiligen Antonius von Padua geweihten Filialkirche Oetzerau berichtete der Kunsthistoriker und pensionierte Mitarbeiter des Bundesdenkmalamts, Dr. Reinhard Rampold, über die besondere Barockausstattung der Kirche. Ihre heutige Erscheinungsform erhielt sie im 18. Jahrhundert durch die Ötztaler Baumeister- und Stukateursfamilie Keil. Überlieferungen zufolge soll die Kirche aus den Steinen der nahe gelegenen Burg Auenstein erbaut worden sein.

Dr. Reinhard Rampold erklärt die kunsthistorischen Besonderheiten der Kirche Oetzerau.

Besonders bemerkenswert ist die bewegte Geschichte des Altars. Der ursprüngliche Altar, geweiht im Jahr 1698, stammte aus der Werkstätte von Josef Witwer aus Imst. Er wurde 1740 entfernt und befindet sich heute in der neuen Blasiuskapelle in Piburg. Der heutige Altar wird der Werkstätte von Andreas Kölle zugeschrieben. Dieser arbeitete stets mit den Altarbauern und Dekorationsschnitzern Georg Senn und Michael Stämer zusammen. Die Figuren wurden vermutlich von Anton Wille gefasst.

Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurden die Gewölbescheitel und Stichkappen künstlerisch ausgestaltet und der Innenraum erhielt ein neues Farbkonzept. Die Zwickelbilder, die das Wirken des heiligen Antonius von Padua – eines Modeheiligen der Barockzeit – zeigen, werden dem Sautner Anton Hechenberger zugeschrieben. In dieser Zeit wurden auch ein neues Altarbild sowie ein neues Aufsatzbild hinzugefügt und der Altar baulich verändert.

Christian Nösig erklärt die Hintergründe der Ruine Auenstein.

Anschließend führte die Wanderung durch Oetzerau zu den Mauerfragmenten der Burg Auenstein. Dort wurde die Gruppe bereits vom Männergesangsverein „Die Auensteiner“ erwartet und mit einem Ständchen empfangen. Im Anschluss berichtete Christian Nösig, Obmann des Turmmuseumsvereins sowie Initiator der Infotafel und der Sichtbarmachung dieses besonderen Ortes, über die Geschichte der Burg. Im 12. Jahrhundert, der Zeit der dynastischen Machtkämpfe zwischen Staufer und Welfen, die sich bis hin zu regionalen Auseianndersetzungen ausbreiteten, war die Burg ein zentraler Ort, um die Verbindungen zwischen dem Ötztal, dem Kühtai und dem Inntal zu bewachen. Auenstein wurde lediglich ein einziges Mal urkundlich erwähnt: Im Jahr 1259 ging die Burg in einer Schenkungsurkunde von Berthold von Neiffen an das Hochstift Brixen über. Darin wird sie als „antiquum locum munitonis“, was übersetzt alter befestigter Platz beziehungsweise eine Burg, heißt – bezeichnet. Zum Zeitpunkt der Schenkung hatte sie ihre einstige Bedeutung jedoch bereits verloren und war verlassen.

Anschließend lud der Turmmuseumsverein an diesem geschichtsträchtigen Ort mit schöner Aussicht zu Getränken und einem gemütlichen Ausklang ein. Ein herzlicher Dank gilt Christian Nösig für die Organisation dieser gelungenen Veranstaltung.

Ausbilck: Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Perlen des Barocks“ findet am 19. Juli um 15 Uhr im Turmmuseum statt. Christoph Waldhart, Kurator, Kunsthistoriker und selbst Bildhauer, wird durch die Ausstellung führen. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: info@oetztalermuseen.at

“D’Auensteiner” vor der neu errichteten Info-Tafel zur Burgruine Auenstein.