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Heimat ist, was nicht egal ist
Neu-Eröffnung Heimatmuseum

43 Jahre nach der Gründung erstrahlt das 350 Jahre alte Ötztaler Heimatmuseum in neuem Glanz. Doch: Welche Heimat ist eigentlich gemeint? Das Ötztaler Heimatmuseum möchte mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass „Heimatmuseen“ auch im 21. Jahrhundert nicht ihre Bedeutung verloren haben, sondern im Gegenteil Säulen der Identität unserer Gesellschaft sind.

Die neue Dauerausstellung im Heimatmuseum, die am 19. Mai 2022 (18.30 Uhr) eröffnet wird, basiert auf ganz aktuellen Forschungsergebnissen eines interdisziplinären Teams. Doch sie ist keineswegs “hoch-wissenschaftlich” in der Vermittlung: Ideal geeignet für Groß und Klein und Alt und Jung, gibt es auf jeder Augenhöhe etwas zu entdecken. So führt etwa das junge Publikum ein Mäuschen durchs Haus und regt zum Riechen und Hören an, während für ältere Kennerinnen und Kenner der Ötztaler Geschichte die Entwicklungen des Tals anhand von einzelnen Biografien von historischen Personen nachvollziehbar werden. Medien sind in dezenter Form eingebunden: Wenn Zeitzeugen etwa von früher berichten, oder in einem Film ein Eindruck von der Flachsbearbeitung vermittelt wird.

Die Ausstellung stellt Fragen nach dem Arbeiten, dem Leben und dem Wirtschaften im Ötztal zwischen 1600 und 1930. Denn besonders während dieses Zeitraums waren unsere Museumshäuser in Lehn und vor allem das Ötztaler Heimatmuseum “Heimat” vieler Menschen und sehr unterschiedlicher Lebensgeschichten.

Die zentralen Themen in der neuen Dauerausstellung sind das historische Alltagsleben, Gesundheit und Krankheit, Ernährung, Berglandwirtschaft, Kindheit und Erben, Heiraten und Ehe, Zuverdienst und Handwerk, Glauben und Wallfahren bis hin zum Sterben und der Erinnerung an die Ahnen. Auch die Frage nach der Heimat spielt eine Rolle: Welche Heimat zeigt ein Heimatmuseum eigentlich? Und was ist mit Heimat eigentlich gemeint? Zum Abschluss der Ausstellung ist das Publikum eingeladen, sich mit dem inflationär gebrauchten Heimatbegriff auseinanderzusetzen, ebenso wie darüber nachzudenken: Was ist eigentlich für mich selbst “Heimat”?

So manches Klischee über das Ötztal, über das “Leben früher” und auch über die Gemütlichkeit von Heimat wird hier auf den Kopf gestellt. Und das ist gut so.