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Alois Riml –
eine wilde Ötztaler Biografie

Am 1. Oktober kommt es im Turmmuseum zu einem letzten Höhepunkt im Rahmen des Schwerpunkts „NS-Zeit im Ötztal“: Der Zeithistoriker Niko Hofinger hat die spannende Biografie des 1910 in Oetz geborenen Alois Riml recherchiert, einem Skilehrer, Hoteldieb, Straßenräuber und KZ-Überlebenden.

Es wird nicht viele Oetzer geben, denen es gelungen ist, dem Tourismuspionier und Hotelier Angelus Scheiber in Gurgl ein Hotel zu stehlen. Der 18-jährige Schumacher, Skilehrer und Kellner Alois Riml versuchte genau das im Jahr 1929 und als er aus dem Gefängnis entlassen wurde, blieb er noch gut zehn Jahre „der wildeste Hund weit und breit“. Er war Anführer einer Motorradbande, überfiel einsame Gehöfte, schmuggelte, betrog, kaufte in Innsbruck unter falschem Namen ein und war bald eine bekannte Größe der Innsbrucker und Wiener Unterwelt. Viele Jahre blieb er seinem Metier treu und war dabei leider nicht immer ein Gentlemanverbrecher. Die Nationalsozialisten wollten ihn im KZ Mauthausen umbringen – er überlebte knapp.

Nach 1945 startete Alois Riml eine Karriere als Erfinder: Lange Zeit war er der einzige Hersteller besonderer Miniaturschuhe-Reiseandenken. Riml heiratete, baute in Innsbruck und Hall eine Firma auf, beschäftigte bis zu 100 Heimarbeiterinnen und ließ sich nie mehr mit dem Strafgesetzbuch ein. Seine Souvenir-Schuhe stehen heute als herausragende Objekte der Alltagskultur im Haus der Geschichte Österreichs in Wien.

Niko Hofinger und die Ötztaler Museen laden am Donnerstag, den 1. Oktober um 19 Uhr zu einem rasanten Abend im Turmmuseum. Zu hören ist von vielen Dingen, die man zu Hause besser bleiben lassen soll, die aber wohl genug Stoff für eine Netflix-Serie hergäben.