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Wer widerstand? Deserteure der Wehrmacht und wer ihnen half

Im Ötztal versteckte sich im Zweiten Weltkrieg eine vergleichsweise hohe Zahl an Männern, um dem Kriegsdienst zu entgehen. Eine Ausstellung im Turmmuseum Oetz stellt ab 27. März einige dieser Männer und ihre Beweggründe vor – und macht deutlich, dass Desertion ein Netzwerk an Helfenden erforderte.

Die meisten Wehrmachtsdeserteure flüchteten in den letzten Kriegsmonaten vor einer erneuten Erfahrung an der Front.Viele von ihnen stammten aus dem Ötztal, aber auch Männer aus anderen Heimatgemeinden fanden ihren Weg hierher. Der Zeithistoriker Peter Pirker hat die Geschichten und die Rahmenbedingungen von Deserteuren aus ganz Tirol über Jahre beforscht und der Situation im Ötztal ein besonderes Augenmerk geschenkt: Denn hier sind immerhin 79 Deserteure namentlich dokumentiert, die sich besonders kurz vor Kriegsende über das ganze Tal versteckt hielten. 

Die Mehrzahl der Deserteure überlebte diese Monate, weil ein großes, gut funktionierendes Netzwerk von Schwestern, Müttern, Ehefrauen sie versorgte. Auch Gendarmen und Ärzte ermöglichten ihnen das Desertieren. In der Ausstellung erinnern sich Nachkommen an die Ereignisse.

Die Kuratorinnen Verena Sauermann und Peter Pirker im Gespräch mit LH Toni Mattle in den Ausstellungsräumen. (Foto: Edith Hessenberger)

Am 27. März 2025 eröffnete Dr. Peter Pirker um 18 Uhr die Ausstellung, die er mit Dr. Verena Sauermann kuratierte. Die Grußworte wurden von Landeshauptmann Toni Mattle, Bürgermeister Hansjörg Falkner (Oetz) und Bürgermeister Jakob Wolf (Umhausen) gesprochen. Im Saal Ez hatten sich zahlreiche Interessierte eingefunden. Wer aufgrund des großen Andrangs keine Möglichkeit hatte, die Ausstellung in Ruhe anzusehen, kann dies im Rahmen einer Kuratorinnenführung am 11. April nachholen.

Bürgermeister Falkner eröffnet die Veranstaltung im Saal Ez (Foto: Sieghard Schöpf)

 

Titelbild: Fotografie von Elias Holzknecht: Großvater vor dem Versteck des Deserteurs Meinrad Kuprian, 2024.