Mai und Juni sind die Monate, in denen viele Programme speziell für Schulen angeboten werden. Nachfolgend geben wir Einblick, was fünf Schul- und Kindergarten-Gruppen diese Woche in unseren Museen erlebt haben – vom Erdäpfelsetzen im Museumsgarten bis zu Schreib- und Comic-Workshops …Diese Woche fanden wieder die Projekttage NS-ZEIT IM ÖTZTAL mit den vierten Klassen der MS Längenfeld statt. In fünf Vormittagen bekamen die Schüler:innen multiperspektivische Einblicke in die Geschehnisse während der NS-Zeit im Ötztal. Start war die Auseinanderstetzung mit Biografien und Erlebnisse der Ötztaler Deserteure im Turmmuseum Oetz. Einen genauen Einblick in den Alltag von Versteckten und Helfer:innen erhielten die Jugendlichen durch die Arbeit mit der Graphic Novel von Nicolas Bleck – gefolgt von einen Schreibworkshop, der von Literatin Angelika Polak-Pollhammer angeleitet wurde. Inspiriert durch verschiedene Impulse setzten sich die Schüler:innen mit Themen wie Flucht, Vertreibung oder Zensur auseinander. Der dritte Workshopblock startete mit einer Führung durch die NS-Ausstellung im Heimatmuseum. Thema war der Alltag des Ötztals während der NS-Zeit. Anschließend tauchten die Jugendlichen tiefer in das Medium Comic und Graphic Novel ein und interpretierten Ausstellungsobjekte künstlerisch.
Eine Kindergartengruppe aus Unterried brachte währenddessen gemeinsam mit Museumswart Christoph Erdäpfel in den Museumsgarten ein: mit der Setzhacke wurden erst die Löcher für die Erdäpfel vorbereitet, anschließend wurden die Knollen umsichtig mit Erde bedeckt. Danach wurden noch “Geleriabm” (Karotten) von den Kindern eingesät. Nun heißt es einige Wochen auf die Ernte warten …
Auch am Montag besuchte eine Klasse der Polytechnischen Schule Ötztal die Ausstellungen NS-ZEIT IM ÖTZTAL und AUF DEN ZWEITEN BLICK. In der ersten Ausstellung bekamen die Jugendlichen Eindrücke, wie der Alltag von Zwangsarbeiter:innen, Frauen zu Hause am Hof oder Männern an der Front ausgesehen hat. Danach wurde in der Fotoausstellung darüber diskutiert, wie mit diesem Teil unserer Geschichte umgegangen werden kann, soll und muss.
Den bäuerlichen Alltag vergangener Tage ergründete eine Volksschulkasse der VS Längenfeld-Dorf im Heimatmuseum im Rahmen einer Führung durch das Heimatmuseum. Das Alltagsleben der letzten 350 Jahre wurde durch Erzählungen, aber auch durch die Möglichkeit, Objekte zu berühren, zu riechen und auszuprobieren erforscht. Spielerisch setzten sich die Kinder mit Fragen rund um das Zusammenleben, das Arbeiten, die Essgewohnheiten und das Kindsein in früheren Zeiten auseinander.
Schulführungen und Workshops können noch bis Schulende über Info@oetztalermuseen.at gebucht werden. Einfache Führungen kosten € 3 pro Kind, für Halbtagesformate mit Materialaufwand werden € 8 pro Teilnehmenden kalkuliert.
