Die Barockzeit war geprägt von Bewegung, Prunk und Überschwang. Ausgehend von Frankreich verbreitete sich die Mode ausladender Perücken in Adeligen Kreisen. Davon inspiriert haben vergangene Woche Kinder im Zuge ihres Besuchs der Barock-Ausstellung eigene kunstvolle Perückenkreationen gestaltet.
Gestartet wurde kindgerecht in der Ausstellung “Perlen des Barock”. Was waren die Besonderheiten dieser Epoche? Schnell wurde klar: Im Barock durfte es ruhig etwas mehr sein. Gold, geschwungene Formen und aufwendige Verzierungen begegneten den Kindern auf Schritt und Tritt.
Diese Formen durften nicht nur betrachtet, sondern auch ertastet werden. Daher begannen die Kinder im Perlenbad die geschnitzten Reliefs zu erforschen und deren Formen mit den Händen nachzuempfinden. Dabei wurden viele spannende Details entdeckt – sogar eine Perücke wurde gefunden.
In der Ausstellung erkundeten die Kinder verschiedene Materialien und machten sich auf die Suche nach besonderen Gegenständen. Sogar „Hoor“ (Flachs) wurde entdeckt. Ein Material, das unter anderem auch in barocken Perücken verarbeitet wurde. Dann wurde gemeinsam überlegt, wie die großen Perücken überhaupt auf dem Kopf halten konnten. Dabei erfuhren die Kinder, dass viele Menschen in dieser Zeit ihre Haare kurz trugen oder aus verschiedenen Gründen von Haarausfall betroffen waren. Gepuderte Perücken galten zudem als hygienischer und waren leichter zu pflegen als das eigene Haar.
Mit all diesen Eindrücken im Gepäck ging es schließlich ans eigene Gestalten. In der Kunstküche entstanden aus Klopapierrollen die unterschiedlichsten Perücken. Es wurde fleißig gebastelt, getüftelt und verziert. Locken, hohe Frisuren und fantasievolle Verzierungen wuchsen Stück für Stück zu beeindruckenden Kunstwerken heran. Manche erinnerten an die Haarpracht von Marie Antoinette, oder an die späterlebende Kaiserin Sissi, andere waren ganz eigene Kreationen.
Am Ende konnten die Kinder ihre ganz persönlichen Barock-Perücken präsentieren.
Die nächste Möglichkeit beim Barocken Perücken basteln dabei zu sein gibt es am 5. August, 11 Uhr im Turmmuseum. Der Workshop ist für Kinder ab 6 Jahren. Bei fleißiger Unterstützung der Begleitperson sind jüngere Kinder willkommen.
Anmeldung erforlderlich bis Dienstag 4. August, 16 Uhr unter: info@oetztalermuseen.at