Am Dienstagabend luden die Ötztaler Museen gemeinsam mit der Erwachsenenschule Längenfeld zum Workshop “Alte Schriften Lesen für Einsteiger:innen” mit Bernhard Mertelseder. An diesem ersten Abend konnten schon einige Texte gelesen werden – ein zweiter Workshop folgt. Bernhard Mertelseder, Historiker und Archivexperte, ist Profi im Lesen von alten Schriften. In einem dreistündigen Workshop führte zunächst in die Kurrentschrift ein. Diese war seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1925 die Schreibschrift, die im deutschsprachigen Raum an Schulen gelert wurde. So können, nach dem man sich einmal mit dem “Kurrent” vertraut gemacht hat, auch Schriftbilder älterer gebräuchlicher Schriftformen aus dem 18. Jahrhundert, oder auch jüngere wie das überwiegend in Deutschland verbreitete Sütterlin, leichter gelesen werden.
Die Gruppe startete, nachdem sie sich mit den Buchstaben vertraut gemacht hatte und erste Schwierigkeiten von Ähnlichkeiten der Buchstaben besprochen wurden, bereits mit der gemeinsamen Lektüre von historischen Texten. Das gemeinsame Lesen von Erinnerungen eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, einem Liedtext, sowie einer Korrespondezkarte und einem Brief an den Forstinspektions-Kommissär brachte schnelle Erfolgserlebnisse. Die Texte wurde teilweise von den Workshopteilnehmer:innen mitgebracht und von Bernhard Mertelseder vorab vorbereitet und transkribiert, um der Gruppe auch für zu Hause Übungsmaterial aus dem heimischen Unterlagen mitgeben zu können.
Die nächste Chance für Fortgeschrittene gibt es am 19. Mai, 18-21 Uhr im Gedächtnisspeicher Längenfeld. Die Anmeldung läuft über die Erwachseneschule Längenfeld: https://erwachsenenschulen.at/veranstaltungs-details/?eid=451550&vid=3712