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Denkmalwanderung
von Umhausen nach Tumpen

Der Kunst- und Kulturgeschichte in Umhausen waren wir am Freitag gemeinsam mit Walter Falkner auf der Spur: Das Leben mit Naturgefahren, v.a. Hochwasser und Muren, hat sich hier auch kunsthistorisch niedergeschlagen, in den Denkmälern und auch unterwegs sind die Spuren der Naturgewalten nicht zu übersehen. Die Exkursion nahm in der Pfarrkirche Umhausen ihren Ausgang. Gewidmet dem Heiligen Vitus, feierte sie im vergangenen Jahr ihr 800jähriges Bestehen. Das Innere der Kirche zeigt Einflüsse aus allen Epochen und ist im Wesentlichen neugotisch geprägt. Nach der großen Murkatastrophe von 1762 wurde an der Ostseite der Kirche die Votivkapelle zu Ehren des Heiligen Johannes von Nepomuk angebaut, auch eine dicke Friedhofsmauer wurde errichtet, um die Kirche vor derlei Naturereignissen zu schützen.

Das 1796 errichtete barocke Kirchlein “Maria Schnee” in Umhausen.

Über mehrere Murkegel und Wildbach-Verbauungen aus unterschiedlichen Zeitaltern wanderderte die Exkursion schließlich zum Kirchlein Maria Schnee. Aus der Chronik geht hervor, dass im 17. Jahrhundert etwa 100 m südlich eine gotische Maria Hilf–Kirche (erbaut 1648) stand, umgeben von mehr als 30 Gehöften.
Von Muren ständig bedroht, immer wieder teilweise zerstört und neuerlich aufgebaut, brannte das Kirchlein im Jahre 1777 durch Blitzschlag aus, ebenso 28 Gehöfte. Die Siedlung wurde verlegt, die Kirchenruine 1791 durch eine Mure restlos zerstört. Die Bewohner von Östen wollten ihr altes Gotteshaus aber nicht aufgeben und dachten trotz (oder gerade wegen) der Wirren der Napoleonischen Kriege an einen neuen Kirchenbau. Aus Sicherheitsgründen wurde der heutige Standort gewählt. Der Bau entstand um 1796, „da Tyrol von Feinde der Franzosen umzinglet wahr“, wie es die Deckeninschrift dokumentiert, und am 5. August 1797 eingeweiht.

Vorbei an der imposanten Engelswand fand die Denkmalwanderung an der denkmalgeschützten Tumpener Holzbrücke mit Ausblick auf die jüngsten Vermurungen im Umfeld des gerade erbauten Kraftwerks Tumpen ihren Abschluss.

Wir dürfen schon jetzt herzlich einladen zur nächsten Denkmalwanderung am 26. September 2021 in Längenfeld, wenn wir mit Dr. Gert Ammann barocken Juwelen in Längenfeld nachspüren.

Walter Falkner erklärt die Geschichte des Weilers Farst und die Vermurungs-Gefahr, die von der Farstrinne ausgeht.