In die Welt der Krippen einzutauchen, dazu lädt Herlinde Menardi auch heuer wieder ein: am 16. Jänner um 16 Uhr findet in Oetz eine Führung statt, im Rahmen derer die Faszination historischer Krippen durch eine Expertin vorgestellt wird – eine besondere Gelegenheit!
Dr. Herlinde Menardi, Volkskundlerin aus Piburg und bis 2014 Leiterin des Tiroler Volkskunstmuseums, führt ausgehend von der Oetzer Pfarrkirche (Treffpunkt vor der Michaelskapelle) durch Oetz und das Turmmuseum, und stellt die Krippen und Fatschenkindl aus der Sammlung Hans Jäger vor.
Zu den Besonderheiten der Krippen im Turm, die noch bis 2. Februar zu sehen sind, zählt mit Sicherheit die Grulicher Krippe. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und entstammt der Böhmischen Krippentradition, in der die Figuren (“Grulicher Mannl”) farbenfroh und vor allem mit lokalen Berufen und Trachten dargestellt werden.
Interessant ist weiters die Geschichte des Prager Jesulein aus dem 18. Jahrhundert, bei dem es sich um eine Nachbildung des wundertätigen Gnadenbildes im Karmelitenkloster in Prag handelt. Auch drei Fatschenkindl unterschiedlichen Alters sind zu sehen: Bei Fatschenkindln handelt es sich um Jesu-Püppchen mit wächsernen Armen, Beinen und einem fein gearbeiteten Köpfchen, die in Bänder gewickelt prunkvoll in einer Krippe präsentiert werden. Meist wurden die Fatschenkindl in einem Glaskasten geschützt am Heiligabend aufgestellt. Bei den Fatschenkindln handelt es sich um die älteste Form einer Krippe.
Die Führung findet am 16. Jänner von 16 Uhr statt, Treffpunkt Pfarrkirche Oetz. Eintrittspreis frei wählbar, Anmeldung erbeten unter info@oetztalermuseen.at.