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Das Ende des 2. Weltkriegs im Ötztal
und die “Operation Greenup”

Im Februar 1945 landeten am Sulztalferner drei Agenten im Auftrag des US-amerikanischen Nachrichtendienstes OSS mit dem Fallschirm. 81 Jahre später, am 26. Februar 2026 erläuterte der Historiker Peter Pirker die Details und sprach mit dem Sohn eines der Agenten.

Die “Operation Greenup” wurde unter dem Titel “Codename Brooklyn” in mittlerweile ausführlich in diversen Geschichtsbüchern, allen voran von Horst Schreiber und von Peter Pirker, rekonstruiert. Im vergangenen Jahr fand sie auch Platz auf der Bühne: Das Tiroler Landestheater erzählte die spannende Geschichte in einer Theaterfassung nach.

Eine Inszenierung am Tiroler Landes¬theater thematisierte die „Operation Greenup“ im Frühjahr 2025 und stieß auf großes Interesse: Hier zu sehen sind Stefan Riedl, Ulrike Lasta, Daniela Bjelobradić auf der Bühne des Stücks „Codename Brooklyn“ (Foto: Tiroler Landestheater/Birgit Gufler)

Im Sommer 2025 aperten Reste der Versorgungsmaterialien der der OSS-Agenten auf dem Sulztalferner aus und konnten vom Museumsteam direkt gesichert werden. Sie sind aktuell in der Ausstellung “WER WIDERSTAND” im Turmmuseum Oetz zu sehen.

Anlässlich des Gletscherfundes und des 81. Jahrtages der Fallschirmlandung von Fred Mayer, Hans Wijnberg und Franz Weber wurde im Turmmuseum Oetz zurückgeblickt. Der Historiker Peter Pirker, Kurator der Ausstellung zum Thema Deserteure im Ötztal, rekonstruierte die Aufgabe der drei Agenten des US-amerikanischen Armeegeheimdienstes OSS: Zum einen sollten sie den Eisenbahnverkehr über den Brennerpass beobachten, der die Hauptversorgungsader der deutschen Truppen in Italien darstellt. Zum anderen sollten sie Informationen über die tatsächliche Stärke der „Alpenfestung“ sammeln und an die Amerikaner weiterleiten. Franz Weber, ein 25-jähriger Wehrmachtsdeserteur aus Oberperfuss, schleuste seine beiden neuen Kameraden in sein Heimatdorf und quartierte sie bis Kriegsende in wechselnden Verstecken ein.

Sein Sohn Bernhard Weber war am 26. Februar 2026 eingeladen, mit Peter Pirker gemeinsam die Rahmenbedingungen rund um diese mutige Operation zu rekonstruieren und dabei auch aus den Erinnerungserzählungen ihres Vaters zu schöpfen. Darüber hinaus wurden die Gletscherfunde vom Sulztalferner vorgestellt.

Peter Pirker (r.) im Gespräch mit Bernhard Weber (l.).

Peter Pirker (r.) im Gespräch mit Bernhard Weber (l.).