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Bilderspaziergang
Perlen des Barock

Im Tiroler Oberland wurden speziell im Zeitalter des Barock (ca. 1650–1760/70) besonders viele Menschen Bildhauer. Häufig führte sie ihr Weg aus den Tälern durch ganz Europa, und manchmal wieder zurück in die Heimat. Hier prägten sie die Kunst- und Kulturlandschaft sowie das Handwerk nachhaltig.

Das Zeitalter des Barocks startet im päpstlichen Rom und kam dann etwas zeitversetzt im Tiroler Oberland an – dafür dauerte es hier länger an.
So ist Barock vieles: Es ist Mode und Zeitgeist, findet sich in Architektur, Skulptur und Malerei wieder ebenso ist es Teil des politischen Programms der katholischen Kirche und der Machthaber:innen. Die katholischen Kirchen wollten mit der prunkvollen barocken Ausstattung ein Gegenprogramm zu den kargen, abgeklärt reformierten evangelischen Kirchen bieten und damit die Gläubigen überzeugen. Diese Entwicklung wurde so stark, dass sie bis in die entlegensten Siedlungen drang und so auch zum Teil von bäuerlichen Hofensembles wurde. Bespielsweise in Farst (Umhausen), Lehn (Längenfeld) oder bei den Rofenhöfen in Vent (Sölden). Diese häufig kleinen und dennoch sehr prunkvoll und detailreich ausgestatteten Kapellen prägten die sakrale Landschaft des Ötztals. Sie sind noch greifbare Zeugnisse der alltäglichen Frömmigkeit und der aktiv gelebten Religiosität der Menschen früher. Zugleich können aus den Darstellungen Wünsche und Ängste der Menschen abgelesen werden. So war der Tod ein täglicher Begleiter und die Angst vor dem Bösen bzw. der Hölle ist ein häufiges Thema. Ebenso wichtig ist die Anrufung bestimmter Heiliger die in vielen der Ötztaler Perlen zu finden sind: Die Bauernheiligen Isidor und Notburga, der heilige Nepomuk, der heilige Josef oder die Pestheiligen Rochus und Sebastian. So werden Kirchen, die bestimmte Heilige als Patron haben zu Orte der Hoffnung – vor allem Wallfahrtsorte wie Gries im Sulztal.

Dies zeigt, dass das Ötztal reich an sakralen aber auch einigen profanen Perlen aus der Barock-Zeit ist. Einige dieser Juwelen wurden im Rahmen einer Objektbeschau durch das Ötztal von Arthur Sattler fotografisch festgehalten. Die Bilder, welche in diesem Rahmen entstanden sind, werden hier präsentiert. Es handelt sich um Details und Ansichten, die das Recherche-Team bestehend aus Christoph Waldhart, Christian Nösig, Laura Kogler und Arthur Sattler besonders faszinierten. Für die Expertise zum Barock im Ötztal danken wir Reinhard Rampold und Walter Falkner.

Mehr Informationen zu den Künstlern, und viele weitere Schätze des Barocks können in der Ausstellung „Perlen des Barocks im Ötztal und Tiroler Oberland“ im Turmmuseum, betrachtet werden.

(Text: Laura Kogler, Fotografien: Arthur Sattler)