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Bilderspaziergang
Ötztaler Impressionen

Das Kleine, das Unscheinbare, das unsere Umgebung prägt, vielfach ohne dass es uns bewusst wird – für dieses Kleine Unscheinbare hat der Ötztaler Fotograf Josef Öfner ein ganz besonderes Auge und fotografisches Geschick. Anlässlich seines 80. Geburtstags Ende des letzten Jahres laden wir zum Schmökern ein.

Der nachfolgende Bilderspaziergang entstammt einem der vielen Fotografie-Ordner, die Josef Öfner im Laufe seines Lebens angelegt hat.

1941 in Umhausen geboren, wuchs Öfner als Kriegs-Halbwaise „satt, aber unter einfachen Bedingungen“ auf – und entdeckte früh seine Talente. Bereits mit 12 Jahren verspürte er den deutlichen Wunsch, Journalist zu werden. Sein größter Wunsch war eine Kamera, die ihm das Christkind in Form der Balgenkamera „Agfa Silette“ auch gewährte. Diese Rollfilmkamera fotografierte im 6 × 6 Format und ermöglichte nur 12 Aufnahmen pro Film. Da die Filme und besonders das Entwickeln der Filme sehr teuer waren, musste Öfner in diesen Jahren sparsam fotografieren.

Wenig später zog Josef Öfner nach Längenfeld. Er ergriff zunächst den Lehrberuf, zunehmend verstärkte sich allerdings sein Interesse in Richtung Dokumentation und Kulturarbeit. Aufgrund seines Engagements für kulturelle Fragen im Ötztal und seines Interesses an der Arbeit des Ötztaler Heimatvereins kam es zu einer intensiven Zusammenarbeit mit Gerlinde und Hans Haid.

Auch das Studium der Volkskunde über einige Semester in Innsbruck prägte neben dieser Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Haid Josef Öfners Blick, der sich nun auch zusehends auf die Dokumentation historischer Gebäude, alten Handwerks und im Verlorengehen begriffener Alltagstätigkeiten erweiterte.

Öfner war seit der Gründung des Heimatvereins und der Gestaltung der ersten kleinen musealen Einrichtung im „Othesars Koschtn“ in Längenfeld eng mit dem Auftrag der Dokumentation der historischen Lebenswelten verbunden. Viele Jahre leitete er die Kulturzeitschrift ACHE, die vom Ötztaler Heimatverein herausgegeben wird. Angeregt vom Sammler und Heimatforscher Hans Haid schärfte Josef Öfner auch seine Sinne für den Ötztaler Dialekt. 15 Jahre lang sammelte er Dialektwörter und hielt nicht nur ihre Bedeutung, sondern auch die unterschiedliche Nuancierung der Wörter je nach Ötztaler Gemeinde fest. 2015 entstand daraus schließlich auch ein Kompendium zum Ötztaler Dialekt, dem darüber hinaus ein Mundart-Wörterbuch mit über 600 Begriffen beigelegt wurde – und das einer der Grundsteine für unser heutiges Online-Dialektwörterbuch darstellt. (Edith Hessenberger)

Josef Öfner in seiner Dunkelkammer in Längenfeld

2018 haben wir den fotografischen Arbeiten Josef Öfners den ersten Schriftenband der Ötztaler Museen mit Titel Menschen gewidmet. Der nachfolgende Spaziergang setzt andere inhaltliche Schwerpunkte.

Die Zusammenstellung „Ötztaler Impressionen“ basiert auf einem Ordner voller Fotografien, der vom Fotografen selbst zusammengestellt wurde. Josef Öfner hat seine Fotografien mit einer Nikon F2 und F4 (für Kleinbild) und Mamiya RB67 (für Mittelformat) und auf einem der Ilford FP4 oder seltener PAN F-Schwarz-Weiß-Film aufgenommen. Die Aufnahmen wurden stets von Hand in seiner kleinen privaten Dunkelkammer entwickelt, und anschließend thematisch sortiert. So tragen alle Foto-Ordner, die er 2018 den Ötztaler Museen als Schenkung übergeben hat, Titel, die wie in einer Ausstellung einen roten Faden durch die Fotoserien legen. Die Beschriftungen wurden im exakten Wortlaut von Josef Öfner übernommen, ebenso die technischen Angaben.

Wir gratulieren Josef Öfner nochmals herzlich zu seinem runden Geburtstag!

Freuen Sie sich auf: Ötztaler Impressionen.