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Ötztaler Dialekt
Forschungsprojekt Ausschreibung

Der Ötztaler Dialekt ist ein prägendes Element der regionalen Identität. Er steht daher bereits seit Jahrzehnten im Fokus von Menschen, die sich um die Bewahrung des Kulturellen Erbes im Ötztal bemühen. Den Grundstein legte die Studie „Die Mundart des Ötztales und seiner Nachbarschaft“, verfasst von Prof. Dr. Eberhard Kranzmayer 1942-1944. Der Dichter und Volkskundler Prof. Dr. Hans Haid begann bereits in den 1960er Jahren mit der Aufzeichnung erster Wortsammlungen und widmete auch einen großen Teil seines Schaffens der Dialektpoesie. Weitere um die Dokumentation der Ötztaler Besonderheiten bemühte Persönlichkeiten sammelten ebenfalls Dialektwörter: Isidor Grießer, der gemeinsam mit Dr. Hans Haid den Ötztaler Heimatverein und in Folge das Ötztaler Heimatmuseum gründete, sammelte Dialektbegriffe und verfasste Mundarttexte. In jüngerer Zeit ergänzte Josef Öfner weitere Sammlungen, die u.a. 2015 in der Schrift „Ötztalerisch“ inklusive einem kleinen „Ötztaler Wörterbuch“ veröffentlicht wurden. Darüber hinaus existieren weitere umfangreiche Sammlungen, etwa von Siegfried Neurauter oder Markus Wilhelm. Am Tiroler Dialektarchiv befinden sich des Weiteren handschriftliche Dialektwörtersammlungen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, überwiegend aus der Sammlung Hans Moser und Eugen Gabriel. 2010 wurde im Übrigen die „Ötztaler Mundart“ von Dr. Hans Haid gemeinsam mit dem Ötztaler Heimatverein in das „Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich“ eingereicht und aufgenommen.

Die vielen unterschiedlichen Sammlungen sollen nun zu einer möglichst umfangreichen Sammlung zusammengefasst – und vor allem: der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Das übergeordnete Ziel ist die Sensibilisierung für Sprache, für die Besonderheiten der Ötztaler Mundart, und die Wertschätzung der regionalen Identität – allerdings bei gleichzeitiger Wertschätzung anderer regionaler Identitäten. Das Prädikat „Ötztalerisch – die älteste Mundart Österreichs“ soll im Zuge des Projekts kritisch hinterfragt werden, ohne dass es zu einer (neuerlichen) Wertung innerhalb vergleichbarer Dialekte kommt. In diesem Kontext wird das Projekt in enger Kooperation mit dem „Tiroler Dialektarchiv“ des Instituts für Germanistik an der Universität Innsbruck durchgeführt.

Für diese sehr umfangreiche Arbeit sollen im Rahmen zweier Werkverträge zur Umsetzung beauftragt werden. Diese Personen werden durch das Tiroler Dialektarchiv bzw. durch das Team der Ötztaler Museen unterstützt. Ziel des Projekts ist ein Online-Wörterbuch, das über multiple Suchfunktionen Recherchen und auch einfaches Schmökern durch die Ötztaler Dialektwörtersammlung ermöglicht.

Hier finden Sie die Ausschreibungen zu den Werkverträgen:

1) Werkvertrag zu den Recherchen im Archiv der Ötztaler Museen: Ausschreibung Werkvertrag Dialektarchiv Ausschreibung Werkvertrag Digitalisierung Ötztaler Dialekt und Sprachaufnahmen

2) Werkvertrag zu den Recherchen im Tiroler Dialektarchiv: Ausschreibung Werkvertrag Dialektarchiv