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Bergbauernleben. Erzählabend mit Norbert Riml und Ewald Schöpf

Norbert Riml, geb. 1933 in Heiligkreuz (Gemeinde Sölden) wuchs als Bergbauernbub an der Waldgrenze und umgeben von Naturgefahren auf. Gemeinsam mit dem Sölder Ortschronisten Ewald Schöpf berichtete er am 21.3.2019 vom alten Leben im hinteren Ötztal, als die Menschen ohne Maschinen und Telekommunikation wirtschafteten, wie es Generationen vor ihnen getan hatten.

Wie erlebte ein Kind in den 1930er Jahren in Heiligkreuz im Ventertal, umgeben von Lawinenstrichen und an der Grenze des menschlichen Siedlungsraumes, seine Kindheit? Norbert Riml und Ewald Schöpf gaben an diesem Abend im Turmmuseum tiefe Einblicke in den Lebens- und Arbeitsalltag, in dem man nutzen musste, was man fürchtete.

So wurden etwa „Segelfarchan“ (Legföhren) zum Heizen geholzt und im Sommer auf Lawinenstriche gelegt, damit der Schnee sie im kommenden Winter ins Tal transportieren würde. Ein anderes, heute extrem erscheinendes Beispiel: Mangels Brücken wurde „Eisbrücken“ über die reißende Venter Ache gebaut – Bäume wurden umgelegt und mit Zweigen, Schnee und gefrierendem Wasser der Übergang gefestigt. So konnte man mit beschlagenen (!) Kälbern die Ache zum Holzziehen überqueren.

Erinnerungen an die einfache Kindheit, an die harte Arbeit, tiefe Einblicke in das Familienleben und den Umgang mit allgegenwärtigen Naturgefahren sind nur einige der Aspekte, die Riml und Schöpf lebhaft zu vermitteln wissen. Auch die Modernisierung binnen weniger Jahrzehnte stellte ein wichtiges Thema dar.

Für den Abend hatte der Sölder Ortschronist Ewald Schöpf zahlreiche historische Bilder aus dem Fundus der Ortschronik passend zum Thema „Bergbauernleben“ ausgewählt und präsentierte diese in einer Fotoschau.